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Die präzise Messung des Blutdrucks ist unerlässlich, um Bluthochdruck rechtzeitig zu erkennen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und die eigene Gesundheit zuverlässig im Blick zu behalten. Dieser Ratgeber bietet Ihnen umfassendes Wissen rund um die Blutdruckmessung – von der Wahl des passenden Messgeräts über die richtige Anwendung bis hin zu den Richtwerten.

Definition Blutdruck und Blutdruckmessung

Was ist der Blutdruck?

Das Blut transportiert Sauerstoff und Nährstoffe durch den ganzen Körper. Damit es alle Bereiche erreicht, pumpt das Herz mit jedem Schlag Blut in die Arterien. Die Arterien sind die zentralen Gefässe des Blutkreislaufs. Dabei übt das Blut Druck auf die Gefässwände aus, wodurch sich diese kurz ausdehnen. Sobald das Blut weiterfliesst, ziehen sich die Gefässe wieder zusammen.

Dieser Druck, also die Kraft, mit der das Blut gegen die Wände der Arterien presst, wird Blutdruck genannt. Er kann gemessen werden und liefert wichtige Hinweise zum allgemeinen Gesundheitszustand und möglichen Erkrankungen.

Was ist die Blutdruckmessung?

Der Blutdruck wird in der Einheit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Eine Messung liefert immer zwei Werte, zum Beispiel 120/80 mmHg. Dabei unterscheidet man zwischen:

  • Systolischem Blutdruck (Herzwert / Systole)
  • Diastolischem Blutdruck (Gefässwert / Diastole)

Der systolische Blutdruck entspricht dem ersten Wert einer Messung. Er wird erfasst, während sich der Herzmuskel zusammenzieht und Blut in die Gefässe presst. In der Messanzeige ist dieser Wert stets der höhere, da der Druck in den Gefässen während des Auspumpens des Herzens am grössten ist.

Der diastolische Blutdruck wird gemessen, wenn der Herzmuskel sich entspannt und sich erneut mit Blut füllt. In dieser Phase ist das Herz in Ruhe, deshalb sinkt der Druck in den Gefässen. Dies ist der Grund dafür, dass der zweite Messwert stets niedriger als der erste Messwert ist.

Quelle: Blutdruck und Blutdruckwerte einfach erklärt | Hirslanden


Definition Blutdruck und Blutdruckmessung

Die Blutdruckmessung sollte nach einer mindestens fünfminütigen Ruhephase im Sitzen durchgeführt werden. Wenn keine andere Anordnung besteht, empfiehlt es sich, die Selbstmessung stets zur gleichen Tageszeit, am selben Arm und ebenfalls im Sitzen vorzunehmen. Weichen die Werte an beiden Armen voneinander ab, sollte künftig immer an dem Arm gemessen werden, an dem der höhere Blutdruck festgestellt wurde.

Optimalerweise erfolgt die Messung am Morgen, noch bevor blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden. Körperliche oder geistige Anstrengungen sollten unmittelbar vor der Messung vermieden werden. Zudem ist es ratsam, mindestens eine Stunde vorher nicht zu rauchen, nichts zu essen und auf Kaffee, Tee, Energydrinks oder Alkohol zu verzichten.

Welche Fragestellung Sie beantworten möchten, beeinflusst den Messplan:

  • Zur Kontrolle der Medikamentenwirkung:
    dreimal täglich messen: morgens vor Tabletteneinnahme, gegen 10/11 Uhr sowie am Abend.
  • Zur Klärung, ob Bluthochdruck besteht:
    während mindestens fünf Tagen mehrmals täglich messen: in verschiedenen Alltagssituationen, damit sich die Ärztin oder der Arzt ein genaues Bild machen kann.

Bei einem Oberarmumfang von mehr als 33 cm sollte eine breitere Manschette verwendet werden. Die Messung selbst wird in aufrechter Sitzhaltung und auf Herzhöhe durchgeführt. Es ist empfehlenswert, mindestens zwei Messungen nacheinander vorzunehmen, wobei zwischen beiden Messungen mindestens eine Minute liegen sollte.

Wichtig ist ausserdem, die abgelesenen Blutdruckwerte exakt zu notieren, ohne zu runden. Ein Blutdruckpass, erhältlich bei der Schweizerischen Hypertonie-Gesellschaft, sollte zu jedem Arzttermin mitgebracht werden. Als normal gelten bei der Selbstmessung Werte unter 135/85 mmHg

Quelle: https://www.swisshypertension.ch/DOCS_PUBLIC/Frage%202_D.pdf

Häufige Fehler vermeiden

Blutdruckmessung am falschen Arm

Grundsätzlich kann der Blutdruck an beiden Armen gemessen werden. Wichtig ist jedoch, sich für den Arm zu entscheiden, der höhere Werte zeigt. Prüfen Sie dies zu Beginn, indem Sie drei bis vier Messungen an beiden Armen unter gleichen Bedingungen durchführen. Künftig sollte dann stets am Arm mit den höheren Werten gemessen werden.

Blutdruckmanschette falsch angelegt

Die Manschette darf weder zu eng noch zu locker sitzen und sollte nicht zu hoch am Oberarm angebracht werden. Sie ist korrekt positioniert, wenn der Sensor zur Innenseite des Oberarms zeigt und der untere Rand etwa 2.5 cm über der Ellenbeuge liegt. Bei Messungen am Handgelenk muss der Sensor ebenfalls zur Innenseite zeigen.

Blutdruckmanschette zu klein

Bei grösserem Armumfang reicht eine Standardmanschette oft nicht aus und kann falsche Werte liefern. In diesem Fall sollte eine grössere Manschette verwendet werden.

Anlegen der Manschette über der Kleidung

Am besten messen Sie direkt auf der Haut, aber ein dünnes Hemd am Oberarm ist meist unproblematisch. Dickere Kleidung darf jedoch nicht zwischen Manschette und Haut liegen. Das Handgelenk muss immer frei sein. Zu beachten gilt, dass beim Hochschieben des Ärmels der Arm nicht abgeschnürt wird.

Position bei der Blutdruckmessung

Für eine genaue Messung nehmen Sie eine aufrechte Sitzposition auf einem Stuhl mit Lehne ein und lehnen sich leicht an. Bleiben Sie während der Messung möglichst still. Die Füsse sollten fest auf dem Boden stehen, ohne die Beine zu überschlagen.

Lagerung von Arm respektive Handgelenk bei der Blutdruckmessung

Die Manschette sollte sich während der Blutdruckmessung auf Herzhöhe befinden. Der Arm liegt dabei entspannt auf. Bei einer Oberarmmessung stützt man ihn idealerweise auf dem Tisch ab, bei einer Handgelenkmessung leicht erhöht auf einem Kissen.

Blutdruckmessung nach dem Essen

Da die Messwerte nach dem Essen abweichen, empfiehlt es sich die Messung vor dem Essen vorzunehmen.

Blutdruckmessung nach Medikamenteneinnahme, Koffein- oder Alkoholgenuss

Jedes Medikament, insbesondere Blutdrucksenker, kann den Blutdruck beeinflussen. Messen Sie daher idealerweise kurz vor der Medikamenteneinnahme. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola, schwarzer Tee oder Energydrinks erhöhen meist den Blutdruck, auch Alkohol kann die Werte verändern. Verzichten Sie daher vor der Messung auf solche Getränke.

Gespräche und / oder Hektik während der Blutdruckmessung

Aufregung, Hektik oder innere Unruhe können den Blutdruck vorübergehend erhöhen. Kommen Sie daher vor der Messung zur Ruhe. Vermeiden Sie Gespräche während der Messung.

Quelle: Blutdruck: Richtig messen & häufige Fehler - Die Blutwerte App


Gerätewahl und Qualität

Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Möglichkeiten den Blutdruck selbstständig zu messen und zu kontrollieren.

Blutdruckmessung am Oberarm

Die Zuverlässigkeit dieser Blutdruckmessgeräte ist sehr hoch. Die Herausforderung besteht darin, dass die Manschette richtig angelegt und in der passenden Grösse verwendet werden muss, was etwas Kraft erfordert. Klinisch geprüfte Geräte sind auf dem Markt erhältlich.

Blutdruckmessung am Handgelenk

Die Zuverlässigkeit dieser Geräte ist angemessen, sie sind jedoch oft etwas weniger genau als Messungen mit einer Oberarmmanschette. Zudem muss das Gerät während der Messung auf Herzhöhe gehalten werden. Klinisch geprüfte Geräte sind erhältlich.

Digitale Blutdruckmessgeräte

Moderne digitale Geräte speichern Messwerte und zeigen Puls sowie Durchschnittswerte an. Einige Blutdruckgeräte sind mit Apps kompatibel und ermöglichen eine einfache Dokumentation der Blutdruckmessung über längere Zeiträume. Wir verfügen heute über moderne Blutdruckgeräte mit der sogenannten PARR-Technologie (Pulse ARRHYTHMIA Technologie). Diese Technologien ermöglichen bereits die Früherkennung von Herzrhythmusstörungen oder Vorhofflimmern, die Identifikation vorzeitiger Kontraktionen sowie die tägliche Datenerfassung zur präventiven Gesundheitsüberwachung.

Blutdruckmessung mit der Smartwatch

Für diese neuen Geräte liegen bisher nur wenige Erfahrungen zur Zuverlässigkeit vor. Ein Nachteil ist, dass sie monatlich kalibriert werden müssen und ihre Genauigkeit bislang nur selten klinisch validiert wurde. Es existieren klinisch geprüfte Geräte auf dem Markt.

Wichtigkeit der Blutdruckmessung

Hoher Blutdruck kann zu strukturellen Veränderungen des Herzens führen und das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen, insbesondere für Vorhofflimmern. Auch Extrasystolen also zusätzliche Herzschläge, welche sich meist als Herzstolpern bemerkbar machen, treten häufig auf, sie gelten meist als harmlos, sollten jedoch bei auftretenden Symptomen näher untersucht werden.

Heutzutage gibt es moderne Blutdruckgeräte mit der sogenannten PARR-Technologie (Pulse ARRHYTHMIA Technology). Mit dieser Technik können Herzrhythmusstörungen, einschliesslich Vorhofflimmern, bereits in frühen Stadien erkannt werden.

Moderne Blutdruckgeräte mit PARR-Technologie unterstützen die Früherkennung solcher Rhythmusstörungen.

Ein Blutdruck unter 140/90 mmHg kann die Häufigkeit von Herzrhythmusstörungen reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Die regelmässige Blutdrucküberwachung zu Hause bietet eine effektive Möglichkeit, Herzrhythmusstörungen frühzeitig zu erkennen und das Risiko rechtzeitig zu beurteilen. Bei Auffälligkeiten oder Unsicherheiten ist eine zeitnahe ärztliche Untersuchung durch einen Kardiologen entscheidend, um Risiken richtig einzuschätzen und geeignete Massnahmen zu treffen.

Lebensstilfaktoren wie weniger Alkohol, Koffein und Nikotin sowie eine ausgewogene Ernährung wirken zusätzlich positiv.

Quelle: Neue europäische Blutdruckleitlinie setzt 140/90 mmHg als „rote Linie“ - BDH

Blutdrucktabelle

Die Schweizerische Gesellschaft für Hypertonie (Blutdruck | Schweizerische Herzstiftung) nimmt in ihren Richtlinien für Erwachsene über 18 Jahren die folgenden Abstufungen vor:

Optimaler Blutdruck

Systolischer Wert unter 120 mmHg
Diastolischer Wert unter 80 mmHg

Normaler Blutdruck

Systolischer Wert 120 bis 129 mmHg
Diastolischer Wert 80 bis 84 mmHg

Hoch normaler Blutdruck

Systolischer Wert 130 bis 139 mmHg
Diastolischer Wert 85 bis 89 mmHg

Leichter Bluthochdruck

Systolischer Wert 140 bis 159 mmHg
Diastolischer Wert 90 bis 99 mmHg

Mässiger Bluthochdruck

Systolischer Wert 160 bis 179 mmHg
Diastolischer Wert 100 bis 109 mmHg

Schwerer Bluthochdruck

Systolischer Wert ab 180 mmHg
Diastolischer Wert ab 110 mmHg

Die Blutdrucktabelle dient lediglich als Orientierung. Die individuelle Festlegung des optimalen Blutdrucks erfolgt durch den behandelnden Arzt, dies stets unter Berücksichtigung des allgemeinen Gesundheitszustandes des Patienten.

FAQ

Hier werden die häufigsten Fragen rund um das Thema “Blutdruckmessen” kurz und prägnant beantwortet.

Morgens oder abends messen?

Idealerweise morgens und abends.
Nach Diagnosestellung und Therapiebeginn: dreimal täglich.
Bei stabilen Werten genügt nach ärztlicher Absprache eine Messung pro Tag, immer zur gleichen Uhrzeit. Treten jedoch Veränderungen der Blutdruckwerte auf oder wird die Behandlung angepasst, sollte die Messfrequenz wieder auf drei Mal täglich erhöht werden.

Welche Manschettengrösse ist richtig?

Oberarmumfang in der Mitte des Oberarms messen.

  • Standard: 27–34 cm
  • Klein (S): 20–25 cm
  • Gross (L): 32–40 cm
  • XL: 40–55 cm

Eine falsche Manschettengrösse führt zu Fehlmessungen.

Was tun bei unregelmässigem Herzrhythmus?

Wenn Sie einen unregelmässigen Herzrhythmus feststellen. Sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt konsultieren!

Herzrhythmusstörungen können in verschiedene Formen eingeteilt werden:

  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen treten auf, wenn das Herz schneller als 100 Mal pro Minute schlägt. Dazu zählen unter anderem Vorhofflimmern, Vorhofflattern und Kammertachykardien.
  • Bradykarde Herzrhythmusstörungen liegen vor, wenn das Herz langsamer als 60 Mal pro Minute schlägt. Diese Form kann auftreten, wenn das Herz nicht ausreichend durchblutet wird oder im Alter das normale Reizbildungs- und Reizleitungssystem durch funktionsloses Bindegewebe beeinträchtigt ist.
  • Unregelmässiger Herzschlag oder Aussetzer bezeichnet eine Arrhythmie, bei der das Herz gelegentlich oder dauerhaft aus dem Takt gerät. Häufige Formen sind Extrasystolen – zusätzliche Herzschläge ausserhalb des regulären Rhythmus. Sie sind meist harmlos, werden jedoch oft als Herzstolpern oder unregelmässiger Puls wahrgenommen.
  • Asystolie beschreibt längere Pausen des natürlichen Herzrhythmus, ausgelöst durch den Sinusknoten, die länger als drei Sekunden andauern.

Quelle: USZ Herzrhythmusstörungen: Symptome, Typen & Ursache – USZ

Innovative Blutdruckmessgeräte wie jene von rossmax verfügen über die sogenannten PARR-Technologie (Pulse ARRHYTHMIA Technologie). Diese Technologie ermöglicht die Früherkennung von Herzrhythmusstörungen oder Vorhofflimmern.

HINWEIS: Dieser Ratgeber ist durch Recherchen und Empfehlungen, unter anderem der Schweizerischen Hypertonie-Gesellschaft, entstanden. Er entspricht den gängigen medizinischen Standards. Er ersetzt aber in keiner Weise die ärztliche Beratung.

Stand 11/2025


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