Patientensicherheit Teil 1 von 2: Sichere Versorgung bei chronischen Erkrankungen
Chronische Erkrankungen prägen den Alltag vieler Menschen in Alters- und Pflegeheimen. Kommen mehrere Erkrankungen gleichzeitig zusammen, steigen auch die Anforderungen an Betreuung und Versorgung. Verschiedene Therapien, Medikamente, Vitalparameter und gesundheitliche Veränderungen müssen im Blick behalten und aufeinander abgestimmt werden.
Je komplexer die Versorgung, desto wichtiger werden klare Abläufe, zuverlässige Messungen, eine gute Kommunikation und der sichere Einsatz medizinischer Hilfsmittel. Genau diese sichere Versorgung rückt die WHO am World Patient Safety Day 2026 in den Fokus.
World Patient Safety Day 2026: Sichere Versorgung ein Leben lang
Die WHO widmet den diesjährigen Aktionstag im September dem Thema sichere Versorgung bei nichtübertragbaren Krankheiten. Der Slogan: Safe care for life!
Dazu zählen zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen. Viele dieser Erkrankungen erfordern eine langfristige Begleitung, teilweise über Jahre hinweg.
Darin liegt eine besondere Herausforderung für die Patientensicherheit. Je länger und komplexer ein Versorgungsweg ist, desto mehr Schnittstellen entstehen: Von der Prävention und Früherkennung über Diagnose und Behandlung bis zur langfristigen Betreuung und zum Selbstmanagement.
Patientensicherheit muss deshalb über den gesamten Versorgungsweg hinweg gedacht werden.
Was bedeutet das für Pflegeeinrichtungen?
Für Alters- und Pflegeheime ist diese Perspektive besonders relevant. Bewohnerinnen und Bewohner leben häufig mit mehreren chronischen Erkrankungen gleichzeitig und werden über lange Zeit von unterschiedlichen Fachpersonen begleitet.
Eine sichere Versorgung erfordert deshalb nicht nur zuverlässige Einzelmassnahmen, sondern auch eine gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten.
Veränderungen frühzeitig erkennen
Der Gesundheitszustand kann sich schleichend verändern. Aufmerksame Beobachtung und die zuverlässige Erfassung relevanter Vitalparameter helfen Fachpersonen, Auffälligkeiten früh zu erkennen und richtig zu reagieren.
Gesundheitszustand zuverlässig erfassen
Blutdruck, Körpertemperatur, Sauerstoffsättigung oder Blutzucker liefern wichtige Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand. Neben der korrekten Anwendung kommt es dabei auch auf geeignete und zuverlässige Messgeräte an.
Informationen sicher weitergeben
Wo mehrere Personen an der Betreuung beteiligt sind, werden Schnittstellen zum Sicherheitsfaktor. Beobachtungen, Messwerte und relevante Veränderungen müssen nachvollziehbar dokumentiert und zuverlässig weitergegeben werden.
Bewohnerinnen und Bewohner einbeziehen
Wer die eigene Erkrankung, Warnzeichen und Behandlung versteht, kann aktiv zur eigenen Sicherheit beitragen. Patientensicherheit bedeutet auch, die betroffenen Menschen, sofern möglich, selbst einzubeziehen.
Medizinprodukte sicher einsetzen
Medizinische Geräte und Hilfsmittel unterstützen zahlreiche Prozesse im Pflegealltag, wenn sie für die jeweilige Anwendung geeignet sind, korrekt eingesetzt werden und zuverlässig funktionieren. Regelmässige technische Kontrollen und fachgerechte Wartung tragen dazu bei.
Von der einzelnen Massnahme zum sicheren Versorgungsprozess
Patientensicherheit entsteht nicht allein durch ein gutes Medizinprodukt oder eine einzelne Kontrolle. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus qualifizierten Fachpersonen, klaren Abläufen, zuverlässiger Erfassung relevanter Gesundheitswerte, geeigneten Medizinprodukten, guter Kommunikation und der Einbindung der betreuten Menschen.
Genau an diesen unterschiedlichen Punkten des Pflegealltags unterstützt Kuhnbieri Pflegeeinrichtungen, Spitex-Organisationen und medizinische Fachpersonen mit passenden Versorgungslösungen. Das Sortiment reicht von Diagnostik und Medizingeräten bis zu Verbrauchsmaterialien und weiteren Lösungen für Pflege und Betreuung. Persönliche Beratung sowie technische Dienstleistungen ergänzen das Angebot.
✓ Kurzcheck: Wie sicher sind unsere Abläufe?
- Werden relevante Veränderungen bei Bewohnerinnen und Bewohnern zuverlässig erkannt und dokumentiert?
- Stehen geeignete und zuverlässig funktionierende Medizinprodukte zur Verfügung?
- Sind Verantwortlichkeiten und Übergaben klar geregelt?
- Werden Bewohnerinnen und Bewohner soweit möglich in ihre Versorgung einbezogen?
- Ist geregelt, wie medizinische Geräte kontrolliert und instandgehalten werden?
- Ist sichergestellt, dass notwendige Verbrauchsmaterialien zuverlässig und rechtzeitig nachbestellt werden?
Patientensicherheit entsteht dort, wo diese einzelnen Elemente zuverlässig ineinandergreifen.
Wie Sie weitere Risiken für die Patientensicherheit im Pflegealltag minimieren können, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Serie.